kunsthalle
wilhelmshaven
25.04.2026 – 21.06.2026

Jeewi Lee

Where Fragments Linger by the Sea

Eröffnung: 24.04.2026, 18:00 Uhr

Jeewi Lee, Fragment Proximity, 2025
Foto: Christopher Häring

In ihren Arbeiten – Installationen, Plastiken, Bildobjekten und Videos – befasst sich Jeewi Lee mit Spuren, Erinnerungen und Zeitlichkeit, mit natürlichen Prozessen und Materialien. In Where Fragments Linger by the Sea widmet sich die Künstlerin dem ebenso universellen wie aktuellen Thema „Sand“.
Sand ist in der Ausstellung einerseits der künstlerische Werkstoff, aus dem Jeewi Lee Skulpturen und abstrakte Sandmalereien schafft, andererseits stehen einzelne Sandkörner – aus Küstenorten wie Taean-Bando (Korea), New York und Connecticut (USA), dem Alentejo (Portugal), Mallorca (Spanien), Dakar (Senegal) und Wilhelmshaven – als kleine und große Skulpturen im Mittelpunkt. Winzige Sandkörner sind der Ausgangspunkt eines aufwändigen CT-Scans und Sanddruckverfahrens, mit dem die Plastiken entstehen, die von der Künstlerin händisch nachbearbeitet werden. Dabei treten die individuellen, filigranen Strukturen der Sandkörner zutage, die jeweils ein unverwechselbares Zeugnis von Herkunft, Zeit und Landschaft ablegen. In diesem Prozess mit seinen komplexen geometrischen und konstruktiven Aspekten arbeitet Jeewi Lee mit dem Geometriewissenschaftler Phillip C. Reiner zusammen, mit dem sie ihre Sandskulpturen und Siebdruckbilder entwickelt.

Als Symbol steht Sand für Unendlichkeit, Unzählbarkeit, aber auch Alltäglichkeit. Im Programm zur Ausstellung wird Sand – heute nach Wasser eine der wichtigsten, meistgenutzten und immer knapper werdenden Ressourcen – auch als Rohstoff thematisiert, der in der Bauindustrie für die Herstellung von Beton, Mörtel und Asphalt oder auch zur Fertigung von Glas genutzt wird, aber auch in der Herstellung von Mikrochips, Jeans und Kosmetik, in der Wasserfilterung, im Hochwasser- und Küstenschutz oder in der Landschaftsgestaltung eine Rolle spielt. Der globale Verbrauch liegt bei rund 50 Milliarden Tonnen jährlich, der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt 18 Kilogramm am Tag.

Vor der Folie dieses ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bezugssystems laden Lees Werke dazu ein, Sandkörner als Nomaden zu betrachten, die von Küste zu Küste gespült werden – so auch an der Küste des Jadebusens in Wilhelmshaven – und vergangene Zeiten, Einflüsse des Menschen und wandelnde Landschaften in sich bergen. Zu einer Landschaft wird auch die Ausstellung selbst, die sich aus den nahezu monochromen Werken zu einem konzentrierten, immersiven, fast schon meditativen Raum fügt.
Where Fragments Linger by the Sea ist die erste institutionelle Ausstellung der Sand-Arbeiten von Jeewi Lee. Schon deren erste Präsentation 2024/2025 in der Berliner Galerie Sexauer erreichte große mediale Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung zeigt eine Reihe neuer Werke aus dem feinkörnigen, rundgeschliffenen Sand der Nordseeregion. So wird auch ein Sandkorn vom Wilhelmshavener Südstrand als große Skulptur entstehen.

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