kunsthalle
wilhelmshaven
28.09.2008 – 30.11.2008

Mirko Martin / Michael Schmeichel

Die Preisträger der NORDWESTKUNST 2007

Mirko Martin, aus der Serie L.A. Crash, 2008,
C-Print, 38 x 51 cm
Courtesy of the artist

Die Kunsthalle Wilhelmshaven schreibt den Preis der NORDWESTKUNST alle zwei Jahre aus. Ende September stellen wir die Preisträger des letzten Jahres in einer Tandemausstellung vor.

Mirko Martin, geb. 1976 in Sigmaringen, arbeitet mit der Film- und Fotokamera und wird Fotografien und Videos aus Los Angeles, seinem Arbeitsort im letzten halben Jahr, zeigen. Martin greift Ereignisse in der legendären Hollywoodstadt auf, die gerade einen bestimmten Moment auf der Straße zeigen. Uns als Betrachter dieser Aufnahmen von Verletzten, Autounfällen oder Polizeiaufgeboten lässt er jedoch im Unklaren, ob wir eine inszenierte oder reale Begebenheit vor uns sehen. Los Angeles ist nicht nur selbst der Ort zahlreicher bildgewaltiger Spielfilme geworden, sondern wird immer wieder von den real existierenden Problemen eingeholt und von diesen zunehmend ununterscheidbar. Neben dem Spielfilm „L.A. Crash“ (USA, 2004) zeigt insbesondere die seit 2001 in Los Angeles produzierte Fernsehserie „24“ mit Kiefer Sutherland auf, dass die Grenzen zwischen Täter und Opfer, Polizist und Terrorist zu verschwimmen drohen. Mirko Martin spielt in seiner hier gezeigten Fotoserie „L.A. Crash“ mit diesen Ambivalenzen auf bildnerische Weise und führt so drängende sozio-politische und ästhetische Fragestellungen zusammen: Seine im kontrastreichen, mal gleißend hellen, mal samtig schwarzen Licht aufgenommenen Polizeiszenen weisen quasi „Rund um die Uhr“ auf die unlösbaren gesellschaftlichen Konflikte in unserer Gegenwart hin.

Michael Schmeichel, geb. 1978 in Bremen, erhielt den Förderpreis für Künstler unter 35 Jahren, die noch keine Einzelausstellung hatten. Schmeichels plastische Wand- und Bodenarbeiten interpretieren das vertraute Gefüge von Leinwand, Keilrahmen und Farbe völlig neu und schaffen Bildobjekte, die daran erinnern, dass auch Leinwände eine wandlungsfähige Physis besitzen. Sie nehmen die Erfahrung, die man vor ungegen-ständlicher Malerei machen kann, in einer eigenständigen Form auf. Beispielsweise krümmen sich die Leinwände zum Betrachter hin und machen ihre Vorder- und Rückseite zugleich sichtbar. Dadurch zieht ein ironisch-reflexiver Ton in die Bilder ein, welche die Größe der minimalistischen Kunsttradition, in welcher die Arbeiten stehen, zu distanzieren vermag.

Werkabbildungen

Michael Schmeichel, Oliv, 2004
Acryl auf Nessel, 123 x 98 x 52 cm

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